Das ganze Europa
Fremdsprachendokumentation –
|
Internationalisierung: Der richtige Ansatz
In vielen Firmen wächst das Bewusstsein, dass die bisherigen Abläufe der Fremdsprachen-Dokumentation der wachsenden Dokumentationsmenge, dem größeren Sprachenbedarf und der multiplen Textverwendung nicht mehr Stand halten.
Es existieren viele Ansätze, die unter dem Stichwort Internationalisierungskonzepte zusammen zu fassen sind. Die Weiterverwendung des bisherigen Dokumentenbestands muss genauso gewährleistet sein, wie der Einsatz moderner Softwarelösungen vorangetrieben werden muss. Jede Veränderung muss durchdacht werden, da sie eingespielte Abläufe– auch wenn sie nicht optimal sind – gefährdet und sofort zu Kostenerhöhungen, Qualitätseinbußen und Zeitverzug in der Fertigstellung der fremdsprachlichen Dokumentation führen kann.
Die Anzahl der Fremdsprachen, die Modellvielfalt und das Dokumentationsvolumen nehmen stetig zu. Die Liste der Gründe, die für zusätzliche Arbeitszeit und Kostenerhöhung in der Fremdsprachen-Dokumentation verantwortlich sind, wird immer länger.
So lohnt es sich darüber nachzudenken, wie der bisherige Status der (Fremdsprachen-) Dokumentation ist, welche Fragen bestehen und welche zukünftigen Anforderungen erfüllt werden sollen.
Grundfragen des Übersetzungsmanagements
Folgende Fragen möchten wir Ihnen an die Hand geben:
Diese und natürlich weitere Fragen gilt es zu beantworten. Im folgenden stellen wir Ihnen einige Lösungsansätze vor, die helfen sollen, die Anforderungen der Fremdsprachendokumentation gezielter zu erfüllen und dabei Arbeitszeit und Übersetzungskosten zu sparen.
Für die Fremdsprachen-Dokumentation gibt es keine »Lösung von der Stange«. Die Übersetzungsindustrie hat gelernt, sich mit allen Instanzen, die am Dokumentationsprozess beteiligt sind, an einen Tisch zu setzen, um die notwendigen Abläufe abzustimmen. Alles dreht sich dabei um Kostenreduktion, time-to-market, Volumenerweiterung, Medienplattformen, Qualitätssicherung und Verantwortlichkeiten.
Der fremdsprachliche Dokumentationsprozess (im Bereich der herstellenden Industrie) muss als ein sich wiederholender Produktionskreislauf gesehen werden. Wenn dieser Prozess einmal richtig vorbereitet wurde, arbeiten die Instanzen Hand in Hand und es ist dann unerheblich, ob ein technisches Produktdatenblatt, eine Marketing-Broschüre oder ein Gesamtkatalog das Endprodukt ist. Auch wenn sich die Leserzielgruppen unterscheiden, so gibt es immer Texte, die für das Unternehmen allgemein gelten und somit in Original- und Fremdsprachen wieder verwendbar sind. Ebenso existieren immer Informationen, die nur einmal vorgehalten werden müssen, wie z.B. Fachbegriffslisten, Abkürzungslisten, Stilvorgaben etc.
Es lohnt sich, die Dokumentations- und Fremdsprachen-Organisation abteilungsübergreifend zu vereinheitlichen. Denn gleichartige Probleme müssen so nur einmal gelöst werden.
Ein wichtiger Schritt für das Aufsetzen eines tragfähigen Konzeptes ist, dass neben dem Übersetzungsdienstleister auch Technische Redakteure, Layouter, Projektorganisatoren, Ziellandvertreter und IT-Fachleute die Prozesse gemeinsam durchleuchten, rechtzeitig ihre Belange einbringen können und langfristig und eindeutig ihre Aufgabe im Gesamtablauf bekommen.
Die Prozesse müssen flexibel genug sein, um auf Veränderungen zu reagieren. Zuständigkeiten müssen an erfüllbare Zeitfristen gekoppelt, der Datenfluss muss eindeutig sein. Alle Instanzen müssen einer Projektkoordinationsstelle verpflichtet werden, die entweder als interne Abteilung oder auch bei einem Dienstleister angesiedelt sein kann; in diesem Falle quasi als Generalverantwortung mit direktem Draht zu einem Entscheider.
Internationalisieren der Texte
Die Erstellung der Texte, typischerweise geschrieben von Fachingenieuren und/oder Technischen Redakteuren, zielt zumeist auf den Einsatz im deutschen Markt. Daher bergen viele Texte die Gefahr, dass sie nicht ohne weiteres »internationalisiert« werden können. Internationalisierte Texte sind Texte, die keine Landesspezifika beinhalten, sondern durch eine 1:1-Übersetzung in den Zielländern ohne weitere Anpassung (Lokalisierung) verwendet werden. Sinnvoll ist es daher, dass die Redakteure bereits bei der Texterstellung Allgemeingültiges von Landesspezifischem trennen, so dass die landesunterschiedlichen Punkte leicht identifiziert und jeweils angepasst werden können – z.B. unterschiedliche Normen, Produktbezeichnungen etc.
Tipps für übersetzungsgerechtes Schreiben
Ein immer wichtiger werdendes Thema bei der Textproduktion ist das übersetzungsgerechte Schreiben. Darunter versteht man einen ganzen Katalog von sprachlichen Regeln, die bewirken, dass
Dazu gehören die einheitliche Verwendung von Fachbegriffen, die Vermeidung von langen Satz- und Wortungetümen und Passivkonstruktionen, unklare Bezüge bei Pronominalsätzen, um nur einige anzudeuten.
Es lohnt sich, bei großem Dokumentationsvolumen typische Texte von der sprachpraktischen Seite zu betrachten, beispielsweise von Übersetzungsdienstleistern anschauen zu lassen und mit den Redakteuren Regeln festzulegen.
Das Vorhandensein klarer Stil-Richtlinien für alle Redakteure und Übersetzer ist der erste wichtige Schritt auf dem Weg zur Einheitlichkeit und Wiederverwendbarkeit von Originaltexten und Übersetzungen und damit zu einer spürbaren Kostenreduktion.
Technologie im Redaktionsprozess: Content-Management-Systeme
Moderne Dokumentationssysteme bieten überraschend weit reichende Unterstützung bei der Erstellung, Verwaltung und natürlich auch Übersetzung technischer Dokumentation.
Content-Management-Systeme (CMS) können heute nicht nur Inhalte in der Autorensprache verwalten und wieder verwenden, sondern auch die fremdsprachlichen Versionen mitverwalten. Dadurch entsteht schon bei der Zusammenstellung des Original-Dokumentes in der Quellsprache eine weitgehend vollständige Version in jeder mitverwalteten Fremdsprache.
Die heute noch weit verbreiteten »klassischen« Dokumenten-Management-Systeme können dies nicht leisten, da diese Systeme vollständige Dokumente, jeweils als abgeschlossene Einheit, verwalten. Dadurch wird in jedem Produktionsschritt immer ein ganzes Dokument bearbeitet, also insbesondere auch übersetzt. CMS beschränken den Aufwand auf die Teile, die sich tatsächlich ändern oder die neu erstellt werden.
Technologie im Übersetzungsprozess: Translation-Memory-Technologie
Klassische Werkzeuge zur Übersetzungsunterstützung wie Translation-Memory-Systeme (TM) und Terminologie-Datenbanken sorgen durch die konsequente Wiederverwendung von Übersetzungen und die optimale Anpassung an die Arbeitsweise von Übersetzern für eine unmittelbare Qualitätsverbesserung.
Die Konsistenz der Texte erhöht sich, Terminologiedatenbanken sorgen zusätzlich für die korrekte, einheitliche und eindeutige Verwendung von Fachbegriffen. Und schließlich reduziert sich auch die zu übersetzende Textmenge, da sich wiederholende Texte nicht mehrfach übersetzt werden müssen.
TM-Systeme zerlegen dazu die zu übersetzenden Dokumente in einzelne Sätze, manchmal sogar Satzteile und bieten diese dem Übersetzer einzeln, in der richtigen Reihenfolge zur Bearbeitung an. Schon übersetzte Sätze, die sich wiederholen oder bei guten Systemen Sätze, die nur genügend ähnlich einem schon übersetzten sind, werden dem Übersetzer zur Verwendung vorgeschlagen.
Es braucht dann nur noch geprüft zu werden, ob an dieser Stelle im Dokument die »alte« Übersetzung benutzbar ist. Dabei werden die einzelnen Sätze und deren Übersetzung in einem Datenbanksystem abgelegt, um auch für weitere Dokumente zur Verfügung zu stehen. Je mehr also übersetzt wird, desto mehr kann auch von TM-Systemen profitiert werden.
Klar ist aber auch, dass TM-Systeme nur dann optimale Ergebnisse liefern können, wenn die Originaldokumente möglichst einheitlich in Stil und Formulierung geschrieben sind. Wenn keine Texte wieder verwendet wurden, wenn immer wieder neue Formulierungen gefunden werden müssen, kann solch ein System seine Wirkung nicht entfalten.
Deshalb finden TM-Systeme bei Marketing-Texten und in der Prosa-Übersetzung keine Anwendung, sind aber andererseits ideal für technische Dokumentationen. Hier werden häufig schon vorhandene Dokumente als Basis für neue verwendet; vielfach werden mehrere Dokumente einfach nur sinnvoll zusammengeführt und an wenigen Stellen geändert, um das neue Handbuch schnell und effizient zu erstellen. In diesem Falle können natürlich auch die schon bestehenden Übersetzungen optimal wieder verwendet werden.
Der Einsatz von Content-Management-Systemen führt dazu, dass genau erkennbar ist, was sich geändert hat und wo Ergänzungen oder Streichungen vorgenommen wurden. Diese Information kann dazu benutzt werden, ganz selektiv nur diese Textabschnitte dem Übersetzer zur Bearbeitung zuzuführen.
Tipps für eine reibungslose Layout-Nachbearbeitung
Die reibungslose Nachformatierung des übersetzten Dokuments setzt eine detaillierte Vorbereitung voraus, damit das Layout später ohne Schwierigkeiten gemacht werden kann.
Ganz am Anfang steht die Überlegung, welches Werkzeug (DTP- oder Layoutprogramm) das geeignetste für die zu bewältigende Aufgabe ist. Soll die Dokumentation später ein Stichwort-, Personen-, Abbildungs- oder Tabellenverzeichnis sowie Querverweise beinhalten, so ist sinnvollerweise auch ein Programm zu verwenden, das diese Funktionen unterstützt. Sonst müssen später unter Umständen Hunderte von Querverweisen oder Seitenreferenzen manuell abgeändert werden.
Die Wahl der Plattform des Betriebssystems ist ebenfalls wichtig. Wird z.B. auf dem PC übersetzt und auf dem Mac das Layout gemacht, so entstehen heute immer noch Konvertierungsfehler, die zu einem erheblichen Mehraufwand beim Layout führen können. Deshalb ist es sinnvoll, auf der Plattform das Layout durchzuführen, auf der auch übersetzt wird.
Stehen Programm und Betriebssystem fest, muss als
nächster Schritt
der inhaltliche Aufbau auf Übersetzungs- und Formatierungsprobleme geprüft
werden.
Folgende Textformatierungen und Layoutbestandteile erweisen sich immer wieder
als Problemquelle:
Texte in Grafiken
werden von Translation-Memory-Systemen
nicht erfasst und damit auch nicht übersetzt.
Diese Grafiken müssen später durch den Layouter aufwändig
nachbearbeitet werden. Grafiken und Abbildungen sollten deshalb sprachneutral
gehalten werden.
Eingebette Grafiken,
d.h. Grafiken, die über die
Zwischenablage ins Dokument eingefügt
sind, werden weder vom TM-System verarbeitet noch kann sie der Layouter später
verändern. Deshalb ist darauf zu achten, dass immer separate Grafikdateien
mit dem Layout verknüpft sind und sowohl diese als auch die Quelldateien
für die spätere Bearbeitung mitgeliefert werden.
Mitfließende Symbole im Text
werden von Translation-Memory-Systemen
zumeist aus dem Text entfernt. Sie müssen später vom Layouter manuell
wieder eingefügt werden.
Eine Alternative wäre hier, eine Sonderschrift zu verwenden, die die
notwendigen Symbole enthält.
»Schreibmaschinenformatierung«,
wie z.B. Einrückungen mit Leerzeichen oder Tabulatoren statt der Einzugsfunktion
des Programms oder feste Zeilenumbrüche sind unbedingt zu vermeiden.
Diese verursachen schon bei der Übersetzung Probleme, da der Text durch
diese Zeichen »segmentiert« wird. Zum anderen müssen diese
Formatierungen später vom Layouter entfernt werden, da sie – bedingt
durch den fremdsprachlichen Text – an ganz anderer Stelle im Satz
stehen.
Die Textexpansion
nach der Übersetzung darf schon beim Ursprungslayout nicht außer
Acht gelassen werden. Häufig benötigt die Fremdsprache zwischen
10 und 30 Prozent mehr Raum. Beim Anlegen von Tabellen oder bei der Ausführung
des Seitenumbruchs muss dies ausreichend berücksichtigt werden – vor
allem, wenn das fremdsprachliche Layout »seitengleich« zum Original
aufgebaut sein soll.
Nachdem das Dokument vom Redakteur fertiggestellt und Übersetzung sowie
Layout in Auftrag gegeben wurde, sind noch folgende Dinge zu beachten:
Komplette Daten liefern
Damit es beim Layout nicht zu Verzögerungen oder Schwierigkeiten kommt,
sollten Sie alle für die Dokumentation wichtigen Bestandteile, wie Grafiken,
Bilder und auch Schriften mitliefern.
Dateinamen, Datenstruktur
Machen Sie, wenn es Ihnen wichtig ist, vorab klare Vorgaben zur Systematik
der Dateibenennung und der einzuhaltenden Ordnerstruktur.
Umbruchvorgaben
Geben Sie vor, wie bei Platzproblemen mit dem Umbruch zu verfahren ist, welche
Formatierungsparameter geändert werden dürfen und ob Sie ein
seitengleiches Layout wünschen.
Programmvorgaben
Geben Sie an, mit welcher Version des Layout- oder Grafikprogramms und mit
welchem Betriebssystem gearbeitet werden soll, damit Sie später die
gelieferten Dateien problemlos öffnen können.
Natürlich treten in der Praxis noch viele andere projektbezogene Unklarheiten auf. Deshalb ist eine intensive Kommunikation zwischen Auftraggeber und Layout-Dienstleister oft unerlässlich.
Komplex und wichtig: Schriften für das Fremdsprachen-Layout
Wenn man Dokumentationen in viele verschiedene Sprachen übersetzt, ist die Frage nach der Schriftwahl unumgänglich. Eine kleine Auswahl von Fragen soll helfen, ein erstes Verständnis für dieses Thema zu bekommen.
Einsatz von Schriften für das Fremdsprachen-Layout
Im Lieferumfang der gängigen Betriebssysteme sind bereits viele Fonts enthalten, die mit den Glyphen (siehe Seite 62) für sehr viele Sprachen ausgestattet sind. So lassen sich vielsprachige Texte bequem in Programmen wie MS Word oder Open Office erstellen, ohne dass zusätzliche Fonts beschafft und installiert werden müssen. Lediglich für „Exoten“ wie Thai, Koreanisch etc. muss in diesem Umfeld auf andere Schriften ausgewichen werden.
Viele DTP Programme hingegen sind noch nicht auf diesem Stand der Technik. Oft müssen noch technische Probleme gelöst werden, damit überhaupt alle Glyphen im gewünschten Programm erreichbar sind.
Häufig aber werden – z.B. durch Gestaltungsvorgaben – bestimmte Schriftarten vorausgesetzt. Hier gilt es darauf zu achten, dass die benötigten Glyphen verfügbar sind. Dabei kann der Teufel im Detail stecken, sprich eine einzelne Sprache zum Fallstrick werden.
Gestaltungsvorgaben und Corporate Design
Schriften – oder ganz allgemein gesagt die graphische Darstellung von Schriftzeichen – werden in jedem Unternehmen individuell und sehr sorgfältig ausgewählt und deren konsequenter Einsatz auch sichergestellt. Dies betrifft jede einzelne Drucksache, insbesondere das Firmen-Corporate-Design. Um diesem gerecht zu werden, ist eben auch für die Fremdsprachen-Dokumente die Wahl der Schrift zu berücksichtigen. Denn Schrift überträgt mehr Information als nur den Inhalt des Textes. Mittlerweile sind tausende Schriften auch für Fremdsprachen verfügbar, also auch für solche Sprachen, die mit dem Standardzeichenvorrat der üblichen Textverarbeitungs- und DTP-Programme nicht dargestellt werden können.
Im Bereich der Fremdsprachen-Schriften – und Deutsch ist im globalen Marketing auch nur eine von sehr vielen Sprachen – hat sich in den letzten Jahren einiges verändert und fast monatlich kommen neue elektronische Schriften (Fonts) auf den Markt. Achten Sie rechtzeitig darauf, dass Sie eine Schrift auswählen, für die die benötigten Zeichen bereits entworfen worden sind. In vielen Fällen ist es auch möglich, die fehlenden Zeichen entwerfen zu lassen. Die Verwendung einer anderen Schrift für einzelne Sprachen ist ein Kompromiss, in der Regel ein schlechter. Neben gestalterischen Aspekten gibt es auch technische zu berücksichtigen. Die Ersatzschrift wirkt optisch als Fremdkörper und schon die unterschiedliche Laufweite kann die Planung des Layouts hinfällig werden lassen.
Technische Aspekte
Selbst Fachleute in Layout und Schriften-Design haben Mühe, den Überblick im technischen Bereich zu bewahren, da das Thema komplex ist und die Fülle an Möglichkeiten sehr groß.
Letztlich ist das Ergebnis, d.h. die Dokumentationen selbst, entscheidend. Abhängig von Vorgaben und Möglichkeiten gilt es den besten Weg zu finden. Sackgassen gibt es heutzutage kaum noch. Der Aufwand, um das Ziel zu erreichen, kann je nach eingeschlagenem Weg allerdings erheblich differieren. Wir können an dieser Stelle nur einen groben Überblick geben. Eine optimale Lösung zu finden, bedeutet, dass alle, die an der fremdsprachigen Dokumentation Hand anlegen, eingebunden werden.
Der Idealfall Unicode – leider noch nicht überall in Verwendung
Im Idealfall kann man einen Unicode-basierten Workflow einsetzen. Damit ist eine bequeme Übernahme zwischen verschiedenen Programmen und Plattformen möglich. Der Übersetzer liefert zum Beispiel ein MS- oder Open-Office Dokument an den Designer. Dieser platziert das Dokument in InDesign und verarbeitet alles einheitlich, egal ob Deutsch, Schwedisch, Russisch oder Griechisch. Dabei ist es auch egal, ob auf Mac oder Windows gearbeitet wird.
Dieser Idealfall ist allerdings nicht die Regel. Gerade im Bereich des DTP arbeitet kein Programm auf Unicode Basis. Hier sind Konvertierungen, d.h. Übernahme eines Textes aus einem Programm zur Bearbeitung in einem anderen Programm notwendig. Auch wenn einige Programme eingebaute Filter bieten, so entstehen hier Aufwand und Fehlermöglichkeiten, z.B. durch Konvertierungen.
Problem beim Plattformwechsel
Mit Unicode spielt die verwendete Plattform keine Rolle mehr, da die Adressierung der Zeichen überall gleich ist. Gerade die meisten DTP Programme unterstützen Unicode leider noch nicht, so dass es beim Plattformwechsel zu erheblichen Problemen kommen kann.
Will man sich nicht mit den Details befassen, sind Konvertierungen günstig als Dienstleistung verfügbar. Besser ist natürlich, im Gesamtablauf einen Plattformwechsel von vorneherein auszuschließen.
Auch ohne Unicode-Unterstützung ist es durchaus möglich, Dokumentformate zu definieren, die plattformunabhängig einsetzbar sind. Die HTML-Dokumente des Internets sind hierfür wohl das prominenteste Beispiel. Dazu ist es lediglich notwendig, dass nicht nur festgehalten wird, mit welchem Font eine Textpassage dargestellt wird, sondern auch mit welcher Codepage. Alternativ könnte man diese Information auch mit dem Font speichern. Für den Plattformwechsel müsste dann nur ein Satz von Ersetzungsregeln hinterlegt werden, der die entsprechenden Umsetzungen vornimmt. Auch dies kann man in Form der Internet-Browser auf praktisch jedem Rechner finden.
Die DTP Programme haben leider nichts Derartiges eingebaut. Stattdessen wird beim Plattformwechsel nur erkannt, dass das Dokument auf der anderen Plattform erstellt wurde, und die Ersetzungsregel für „Standard“-(Western) Encoding wird angewendet. Dadurch wird der Textinhalt irreparabel zerstört.
Und hier noch ein paar wichtige Begriffe mit Erklärung …
Glyphe
Ein Glyphe ist die graphische Darstellung eines Schriftzeichens, oder eigentlich – genauer – die
konkret darstellende Umsetzung der abstrakten Idee eines Zeichens. Diese
Unterscheidung ist bei unseren sich am Lautwert orientierenden Buchstabenschriften
nur schwer zu verdeutlichen. Als Beispiel kann aber unser deutscher Buchstabe „P“ dienen.
Die dazugehörige Glyphe, bei Verwendung einer Serifen-Schrift (z.B.
Times New Roman) ist dieselbe, die für den Griechischen Buchstaben „Rho“,
den Russischen Buchstaben „Er“ oder dem „TLV“ aus
der Sprache der Cherokee verwendet wird.
Codepage
Der Zeichenvorrat eines 1-byte Fonts lässt sich übersichtlich
als Tabelle mit 16x16 Feldern darstellen. Hexadezimal 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6,
7, 8, 9, a, b, c, d, e, f. Die Position der Zelle gibt dabei den Code an.
Da eine solche Tabelle gut auf eine Seite passt, hat sich der Begriff der
Codepage eingebürgert.
Leider haben sich die Hersteller damals nicht auf einen Standard geeinigt, sondern stattdessen mehrere, untereinander in der Regel inkompatible Codepages, aus der Taufe gehoben.
Für jede Codepage ist durch die eingeschränkte Zahl der Zeichen, die Anzahl der unterstützten Sprachen begrenzt, so dass eine Vielzahl von Codepages definiert werden müssen.
Unicode
Unicode ist ein internationaler Standard, in dem langfristig für jedes
sinntragende Zeichen bzw. Textelement aller bekannten Schriftkulturen und
Zeichensysteme ein digitaler Code festgelegt wird. Er will das Problem der
verschiedenen inkompatiblen Kodierungen in den unterschiedlichen Ländern
beseitigen. Herkömmliche Computer-Zeichensysteme umfassen einen Zeichenvorrat
von entweder 128 (7 Bit) Zeichen wie der sehr bekannte ASCII-Standard oder
256 (8 Bit) Zeichen, wie z. B. ISO Latin-1, wovon nach Abzug der Steuerzeichen
96 Elemente bei ASCII und 192–224 Elemente bei den 8-Bit ISO-Zeichensätzen
als Schrift- und Sonderzeichen darstellbar sind. Diese Zeichenkodierungen
erlauben die gleichzeitige Darstellung nur weniger Sprachen im selben Text,
wenn man sich nicht damit behilft, in einem Text verschiedene Schriften mit
unterschiedlichen Zeichensätzen zu verwenden. Dieses behinderte den
internationalen Datenaustausch erheblich.
In Unicode finden Zeichen der wichtigsten Industriestandard-Zeichensätze wie die ISO-Normen eine 1:1-Entsprechung (das bedeutet, dass bei einer Konvertierung vom Industriestandard zu Unicode und zurück das gleiche Ergebnis herauskommt). Heute erledigen die meisten Webbrowser die Darstellung dieser Zeichensätze mit einer Unicode-kodierten Schrift in der Regel perfekt und vom Benutzer unbemerkt.
PostScript-Type 1-Schriften
PostScript Type 1 ist ein weltweiter Standard für digitale Schriftarten
(International Standards Organization, Konturschriftarten, ISO 9541). Dieser
Standard wurde von Adobe Systems zunächst zur Verwendung in PostScript-Druckern
entwickelt.
Das Type 1-Schriftartenformat wird von allen Plattformen erkannt, von Mikrocomputern
bis hin zu Mainframes. Es kann auf praktisch allen Druckern ausgegeben werden,
entweder direkt über einen eingebauten Interpreter für die PostScript-Sprache
oder über zusätzliche Software wie z.B. Adobe Type Manager. Seit
mehr als einem Jahrzehnt ist Type 1 das bevorzugte Format der Grafikdesign-
und Verlagsindustrie.
PostScript-Schriften unterscheiden sich vom TrueType-Format insbesondere
durch die mathematische Beschreibung der Kurven und dem verwendeten sog.
Rasterizer.
Truetype-Schriften
TrueType ist ein Schriftdarstellungsstandard für Bildschirm und Druck.
Er wurde im Jahre 1991 von der Firma Apple vorgestellt und später von
Microsoft lizenziert und ist gegenwärtig in die Betriebssysteme Windows
und MacOS integriert.
TrueType-Schriften gehören zu den Outline-Schriften. Sie werden im Gegensatz
zu Bitmap-Schriften nicht aus einzelnen Pixeln aufgebaut, sondern, wie bei
PostScript auch, nach dem Prinzip einer Vektorgrafik aus Konturen.
Rasterizer
Der Vorteil der Vektordarstellung ist die verlustfreie Skalierbarkeit, d.h.
die Größe der Schrift ist beliebig veränderbar. Erst bei
der Ausgabe auf die unterschiedlichsten Geräte, meist Bildschirm und
Drucker, werden die Konturen mit Pixeln gefüllt (gerastert). Dieser
Vorgang entscheidet über die Qualität der Darstellung. Bei Druckausgabe
wegen der hohen Auflösung zu vernachlässigen, zeigen sich bei der
Ausgabe am Bildschirm teilweise erhebliche Unterschiede in der Lesbarkeit.
Durch den „intelligenteren“ Rasterizer ist die Darstellung von
PostScript Format oft besser als das der gleichen Schrift im TrueType Format.
TrueType Schriften können zwar fast beliebig optimiert werden und so
auch die PostScript Schriften in der Darstellungsqualität hinter sich
lassen, jedoch ist dies mit einem immensen zusätzlichen Programmierungsaufwand
verbunden. Bei den „Systemschriften“ (Arial, Times New Roman
etc.) wurde dieser Aufwand betrieben, weshalb deren Bildschirmdarstellung
mit kommerziellen Fonts kaum erreicht werden kann.
OpenType-Schriften
Das OpenType-Format ist ein Zeichensatz, der die vorhandenen TrueType- und
PostScript Type 1-Schriftartenformate umfasst. Es bietet verbesserte plattformübergreifende
Mobilität, umfassende Sprachunterstützung, leistungsstarke typografische
Funktionen und vereinfachte Schriftartenverwaltung.
Microsoft und Adobe Systems definieren OpenType technisch gesehen als eine
Erweiterung des TrueType Open-Formats von Microsoft, das entweder PostScript-Konturen
(.otf) oder True-Type-Konturen (.ttf) enthalten kann. OpenType-Schriftarten
sind mit aktuellen Formaten kompatibel und können im gleichen Dokument
neben Type 1 und TrueType verwendet werden.
OpenType verfügt über mehrere überzeugende Vorteile:
Für die erweiterten Funktionen (Unicode, typografische Funktionen) der OpenType Schriften müssen die Layout-Anwendungsprogramme die entsprechende Funktionalität unterstützen.
Für die tatkräftige Mithilfe bei der Erstellung dieses Artikels danken wir Herrn Jochen Evertz, FontShop AG | Bergmannstr. 102 | 10961 Berlin www.fontshop.de
Eine immer größer werdende Rolle spielt der Bereich des medienneutralen Publishings: Hierin liegt zusätzlich ein hohes Einsparungspotenzial von Zeit und Kosten. Textliche Inhalte und Layoutregeln werden dabei komplett voneinander getrennt. Und das mit dem Ziel, jeden Text, der in einer definierten Struktur vorliegt, mit unterschiedlichsten Layoutvorlagen verbinden zu können.
Damit können gleiche Inhalte für verschiedenste Publikationen (Produktbeschreibungen, Technische Dokumentationen, Kataloge, Webseiten, Online-Shop etc.) nutzbar gemacht werden. Der Vorteil liegt auf der Hand: Textquellen müssen nur einmal erstellt, aktualisiert und übersetzt, das Layout nicht für jeden einzelnen Zweck neu angepasst werden.
Automatische Übersetzungssysteme
Für bestimmte Dokumentationsarten kann es äußerst interessant sein, automatische (»maschinelle«) Übersetzungssysteme einzusetzen. Immer wenn es darauf ankommt, für ein genau bekanntes Thema schnell einigermaßen verständliche Übersetzungen zu bekommen, beweist diese Technologie ihre Stärken. Klassische Anwendungen sind integrierte Übersetzungstools für Support-Anfragen via E-Mail, die naturgemäß ein eng eingegrenztes Thema haben und deren exakte Übersetzung nicht immer notwendig ist. Es ist vielmehr wichtig, schnell einen Eindruck davon zu bekommen, was der Text bedeutet.
Auch zur Vorübersetzung eignet sich die maschinelle Übersetzung. Etwa um Teilbereiche einer Web-Site (z.B. mit Produktneuheiten) zunächst einmal schnell zu übersetzen, um aktuell und zeitnah die Informationen zu veröffentlichen. Später werden dann die maschinell übersetzten Teile durch manuell überarbeitete Reinfassungen ersetzt, deren Erstellung eben mehr Zeit benötigt.
Internet-Portal des Übersetzungsdienstleisters
Ideal ist es, wenn Redaktion und Übersetzung intensiv und möglichst verschränkt zusammenarbeiten können. Internet-Portale bei den Übersetzungsdienstleistern helfen dabei, Terminologie-, TM- und MT-Systeme auch den Dokumentationsabteilungen sinnvoll zugänglich zu machen und die Kommunikation mit dem Übersetzungsdienstleister zu erleichtern. Die heute möglichen Anwendungen reichen dabei von workflow-management-ähnlichen Auftrags-Informationssystemen über Anbindungen an MT-Systeme zur schnellen maschinellen Übersetzung kleinerer Texte bis hin zum webbasierten Freigabe- und Review-Managementsystem.
Qualitätssicherung: Terminologiearbeit
Terminologiearbeit steht beim Thema Qualitätssicherung an erster Stelle. Es beginnt mit der Findung und Festlegung der richtigen Fachbegriffe in der Ausgangssprache. Existiert bereits im Ausgangstext mehr als ein Begriff für denselben Sachverhalt, wird die Terminologiefestlegung in den Fremdsprachen schwierig. Die Entscheidung, ob es sich um zwei Begriffe für eine Sache handelt, oder ob unterschiedliche Sachverhalte zwei Begriffe rechtfertigen, ist schwer, wenn dem Übersetzer nicht die notwendigen Bilder/Zeichnungen, technischen Daten oder ein Ansprechpartner beim Auftraggeber zur Verfügung stehen.
Wird dieser Punkt nicht genügend beachtet, führt das zu erhöhtem Aufwand und Zeitverlust (auf beiden Seiten) durch notwendige Klärungen, zu mangelnder Wiederverwendbarkeit der Originale und Übersetzungen und zu Verständnisproblemen und mangelnder Produktakzeptanz beim Leser.
Die Terminologieverantwortung muss zentral bei einer Person/Instanz liegen, die die Struktur der Einträge definiert, neue Begriffe freigibt oder Synonyme identifiziert und gegebenenfalls notwendige Änderungen durchführt. Internet-basierte Terminologiedatenbanken bieten heute gute Möglichkeiten, für alle »Terminologie-Pfleger« und »Nutzer« eine gemeinsame Plattform bereitzustellen. Klar definierte Schreib- und Leserechte (um nicht zu sagen Lesepflichten) sind wichtig, um die gezielte Pflege und übergreifende Nutzung der Terminologie sicherzustellen.
Auch für die Fremdsprachen sind entsprechende Regelungen notwendig, damit zentral – entweder beim Übersetzungsdienstleister oder z.B. bei den Regionalgesellschaften des Auftraggebers – eine qualifizierte Terminologiearbeit gemacht und eine Zusammenarbeit beider organisiert werden kann.
Automatisch arbeitende Terminologie-Extraktions-Systeme und in ein Redaktionssystem integrierte Werkzeuge zum Auffinden und Markieren bestehender Terminologie nehmen dem Autor das Erkennen und Weitergeben neuer Terme fast vollständig ab. Ein brauchbares Terminologie-Extraktions-System liefert auch selbstständig Kontext-Informationen (erstes Vorkommen, Dokumentenart, Text-Beispiel etc.), die dem Terminologie-Verantwortlichen die Arbeit erleichtern.
Die Freigabe und der Terminologie-Verantwortliche benötigen Werkzeuge zur Recherche und statistische Informationen: Wo wird ein Term verwendet, wie oft, wann zuletzt etc. Auch diese Arbeit lässt sich durch Terminologie-Management-Systeme und „klassische“ Werkzeuge zur Dokumenten-Recherche erleichtern.
Letztendlich ist entscheidend, dass ein fortlaufender Workflow entsteht, der das Terminologie-Management integriert und so die Datenbasis für die weitergehende Verwendung von Terminologie liefert
Qualität durch organisatorische Abstimmung
Über die Terminologieabstimmung hinaus ist die direkte Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen der technischen Redaktion und der Fremdsprachenorganisation wichtig. Zum Beispiel ist die Festsetzung und Einhaltung von Redaktionsschlusszeiten ein entscheidender Faktor für die Einhaltung von Termin- und Kostenvorgaben.
Es ist leicht vorstellbar, wie viel Zeitverzug und Zusatzkosten entstehen, wenn Texte zu einem Zeitpunkt geändert werden, zu dem die Fremdsprachenorganisation in mehrere Sprachen bereits läuft, Translation Memories archiviert sind oder das Fremdsprachenlayout fast fertig ist.
Für einzelne Änderungen ist eine komplette Technologieaufbereitung der Übersetzungsprojekte nicht mehr sinnvoll und die Änderungen müssen dann aufwändig manuell extrahiert, übersetzt, geprüft, ins Layout eingefügt und archiviert werden
Qualitätsverbesserung durch Review der Regionalgesellschaften
Auch wenn Regionalgesellschaften in der Regel Absatzmarkt-Aufgaben haben, so kann deren Rat für die Qualitätssicherung und die spätere Produktakzeptanz sehr wichtig sein. Eine vom Übersetzungsdienstleister vorgegebene Review-Anweisung hilft, die Arbeit der Mitarbeiter der Regionalgesellschaft so zu gestalten, dass notwendige Änderungen schnell einfließen.
Diese direkte Zusammenarbeit hilft aber auch, dass die Mitarbeiter in den Regionalgesellschaften begreifen, wie wichtig es ist, Texte redaktionell nicht zu verändern, damit auch für zukünftige Projekte bereits übersetzte Texte (Translation Memories) weiter verwendbar bleiben und damit Einsparungspotenzial nutzbar gemacht werden kann.
Um Schwierigkeiten bei der Akzeptanz der Übersetzungen in den Regionalgesellschaften zu vermeiden, lassen immer noch viele Firmen die Übersetzungsorganisation direkt durch diese in Eigenregie organisieren.
Dieser Ansatz ist jedoch nicht die effektivste Lösung, da jeder qualitätssteigernde und kostenreduzierende Effekt, den eine Vereinheitlichung von Text, Layout und Prozessen erzielen kann, damit ausgehebelt wird
Übersetzungsqualität: Messbar?
In Ablösung der seit 1998 bestehenden Norm DIN 2345 für Übersetzungsaufträge, die die Punkte Übersetzung, Auftrag und Ablauforganisation regelt, gilt seit August 2006 die Europäische DIN EN 15038 Norm für Übersetzungsdienstleistungen.
Neu darin ist die europaweit ausgerichtete Orientierung bei der Suche nach qualifizierten Übersetzern. Durch die in der Norm beschriebenen Vorgaben von klaren Regelungen zwischen Kunden, Übersetzungsagenturen und den Übersetzern selbst wird erheblich mehr für die Qualität getan, als man eigentlich denkt. Seriöse Übersetzungsdienstleister arbeiten nicht nur nach dieser Norm, sondern verfeinern diese, wo immer es die Abläufe erlauben.
Zudem hat die SAE J2450 Translation Quality Metric Task Force in den letzten Jahren ein Qualitätsinstrument erarbeitet, mit dem die Qualität von technischen Serviceanleitungen gemessen wird. Dieses Messinstrument orientiert sich an wenigen, objektiv erfassbaren Kriterien wie sachliche Richtigkeit, Terminologieeinhaltung, Rechtschreibung, Grammatik, Vollständigkeit etc. und ist damit inzwischen als Standard für eine grundlegende Qualitätsbewertung von Übersetzungen in der Automobilbranche etabliert
Kostenreduktion im Übersetzungsmanagement
Die Umsetzung eines schlüssigen Internationalisierungskonzeptes
führt
sehr schnell zu einer konsequenten Reduktion von Verwaltungsaufwand und spürbaren
Einsparungen von Dokumentations- und Übersetzungskosten.
Dazu zusammengefasst die wichtigsten Ansätze:
Textproduktion verschlanken,
d.h. mit einem Redaktionsleitfaden, oder in einem Redaktionssystem zu arbeiten,
mit dessen Hilfe übersetzungsgerechte Texte entstehen, die in unterschiedlicher
Form (Sätze, Abschnitte, ganze Dokument-Teile) wieder verwendet und
von übersetzungsunterstützenden Werkzeugen erkannt werden können.
Konsequente Terminologiearbeit
als Grundlage für gute Verständlichkeit (weniger Nachfragen, Abstimmungen,
Missverständnisse) und höhere Wiederverwendbarkeit der Originaltexte
und Übersetzungen.
Klare Datenstrukturen,
d.h. Texte klar zu gliedern und entsprechend zu speichern, den Datenfluss
zu kanalisieren und Daten jederzeit nachvollziehbar und zugreifbar zu machen.
Einsatz von übersetzungsunterstützender
Software
kann erfahrungsgemäß nach kurzer Zeit zu einer Reduktion der zu übersetzenden
Textmenge um 25% führen. Bei langfristigem konsequenten Einsatz sind
Einsparungsquoten von über 65% keine Seltenheit.
Medienneutrale Dokumentationsgestaltung,
mit der ermöglicht wird, Texte und deren Übersetzungen auf vielfältigste
Weise zu verwenden, ohne einzelne Versionen für verschiedene Zwecke
pflegen zu müssen.
Klare Produktionsprozesse mit definierten Redaktionsschlusszeiten
verhindern zusätzliche Kosten durch aufwändige Nacharbeiten
Erinnert sei daran: Durch die Maschinenrichtlinie der Europäischen Union (Version Juni 1998) wird dafür gesorgt, dass Geräte und Maschinen innerhalb der EU nur mit Betriebsanleitung in Originalsprache und einer in eine Amtssprache des Ziellandes übersetzten Version auf den Markt gebracht werden können (Richtlinie 98/37/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22.6.1998, Anhang 1, Abschnitt 1.7.2, Absatz b).
Die neue EG-Maschinenrichtlinie 2006/42 ist veröffentlicht. EU-Mitgliedstaaten müssen bis Juni 2008 die Umsetzung in nationale Regelungen vollzogen haben.